Demokratie erleben | Methodentoolbox für Multiplikator:innen

Spielerische und interaktive Methoden zur Stärkung demokratischer Werte

Diese Methodentoolbox richtet sich an Trainer:innen, Multiplikator:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen, die demokratische Werte praxisnah, niedrigschwellig und erfahrungsorientiert vermitteln möchten.

Die Sammlung umfasst interaktive Methoden, Spiele und Reflexionsformate, die Demokratie nicht nur erklären, sondern erlebbar machen: im Alltag, im beruflichen Umfeld und im gesellschaftlichen Miteinander.

Alle Methoden sind so gestaltet, dass sie ohne spezielles Vorwissen eingesetzt werden können und sich flexibel an unterschiedliche Zielgruppen sowie an Online- und Offline-Formate anpassen lassen.

Herausgeberin: RISE – Verein zur Förderung von Forschung und Bildung für nachhaltige Entwicklung www.riseimpactacademy.org

Kontext: EU Democracy Challenge

Jahr: 2025

Demokratie lebt vom Mitmachen.

Diese Methodentoolbox richtet sich an Trainer:innen, Multiplikator:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen, die demokratische Werte praxisnah, interaktiv und niedrigschwellig vermitteln möchten.

Die Sammlung umfasst spielerische Methoden, Simulationen, Dilemmata und Reflexionsformate, mit denen Demokratie nicht nur erklärt, sondern erfahrbar gemacht wird. Im Mittelpunkt stehen zentrale demokratische Werte wie Beteiligung, Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit und der Schutz von Minderheiten.

Alle Methoden sind so konzipiert, dass sie ohne spezielles Vorwissen eingesetzt werden können. Sie eignen sich für unterschiedliche Zielgruppen und Settings, von der Jugendarbeit über Erwachsenenbildung bis hin zu zivilgesellschaftlichen und unternehmerischen Kontexten. Die Formate sind flexibel anpassbar und sowohl online als auch offline durchführbar.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Multiplikator:innen. Jede Methode enthält konkrete Hinweise zur Durchführung sowie Transferimpulse, die dabei unterstützen, die Inhalte in den eigenen Arbeits- und Lebenskontext der Teilnehmenden zu übertragen.

Ziel dieser Toolbox ist es, demokratische Werte zu stärken, Dialog zu fördern und Menschen zu ermutigen, Demokratie als gemeinschaftliche Aufgabe im Alltag zu verstehen und mitzugestalten.

Diese Methodentoolbox ist im Rahmen des Projekts EU Democracy Challenge entstanden, einem von proeuropeanvalues.org unterstützen Projekt mit dem Ziel, demokratische Werte im Alltag erfahrbar zu machen und ihre Bedeutung für gesellschaftliches Zusammenleben sichtbar zu stärken.

Die EU Democracy Challenge ist ein interaktives Bildungsprojekt, das Menschen mit geringen digitalen oder politischen Vorkenntnissen dabei unterstützt, Demokratie, Nachhaltigkeit und europäische Werte spielerisch zu erleben und mitzugestalten.

Im Zentrum steht ein neues Lernmodul, welches in die RISETogether-App, eine digitale Lern- und Community-App, angebunden wird. Das Lernmodul wird mit Co-Creations-Formaten und Peer-Learning in mehreren Online-Workshops entwickelt. Das Ziel des Projekts ist es, Demokratie und Nachhaltigkeit erlebbar zu machen: niederschwellig, aktivierend und mit Wirkung.

Ausgangspunkt für die Methodensammlung war die Beobachtung, dass Demokratiebildung häufig auf Wissensvermittlung reduziert bleibt, während Erfahrungen, Aushandlungsprozesse und persönliche Reflexion zu kurz kommen. Gleichzeitig besteht bei vielen Multiplikator:innen der Wunsch nach Methoden, die ohne großen Vorbereitungsaufwand einsetzbar sind, unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und Raum für Dialog eröffnen.

Die hier gesammelten Methoden wurden vor diesem Hintergrund in Co-Creations-Workshops mit Trainer:innen der Erwachsenenbildung und Multiplikator:innen zusammengetragen, sind erprobt und wurden weiterentwickelt. Rückmeldungen von Trainer:innen, pädagogischen Fachpersonen und Akteur:innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen flossen direkt in die Ausarbeitung ein. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Verständlichkeit, Flexibilität und praktischer Anwendbarkeit.

Die Toolbox versteht sich nicht als starres Curriculum, sondern als offene Sammlung. Die Methoden können einzeln genutzt, kombiniert oder an spezifische Kontexte angepasst werden. Sie sollen dazu ermutigen, Demokratie nicht als abstraktes Konzept zu behandeln, sondern als lebendigen Prozess, der im gemeinsamen Handeln, Diskutieren und Entscheiden erfahrbar wird.

Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Rechte kennen, sie einfordern und Verantwortung für ihr Zusammenleben übernehmen. In einer Zeit, in der demokratische Prinzipien in vielen Ländern unter Druck geraten, ist es besonders wichtig, demokratische Werte nicht nur kognitiv zu vermitteln, sondern erfahrbar zu machen.

Diese Methodensammlung bietet Multiplikator:innen, Trainer:innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen praxisnahe Werkzeuge, um mit Gruppen spielerisch, interaktiv und niederschwellig über Demokratie ins Gespräch zu kommen.

Die Methoden sind:

  • niedrigschwellig: kein Fachwissen vorausgesetzt, einfache Sprache, klare Abläufe
  • interaktiv: Teilnehmende sind aktiv beteiligt, statt nur zuzuhören
  • spielerisch: Lernen wird durch Spielelemente, Diskussionen und Simulationen motivierend gestaltet
  • transferorientiert: Jede Methode enthält Impulse, wie sie in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt werden kann, von Schulen über Vereine bis hin zu Unternehmen.

Ziel ist es, dass Teilnehmende:

  • Demokratie erleben, durch Simulation, Spiel und Dilemmata.
  • Werte reflektieren und deren Bedeutung für ihr eigenes Leben erkennen.

Handlungskompetenz entwickeln, um im Alltag demokratisch zu handeln.

Diese Methodentoolbox ist als flexibles Arbeitsinstrument konzipiert. Sie kann in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt und an verschiedene Zielgruppen angepasst werden.

Die Methoden sind modular aufgebaut. Das bedeutet: Sie müssen nicht in einer bestimmten Reihenfolge angewendet werden und können unabhängig voneinander genutzt werden. Trainer:innen können einzelne Methoden gezielt auswählen oder mehrere Formate zu einer längeren Lernstrecke kombinieren.

Einsatzmöglichkeiten | Die Toolbox eignet sich unter anderem für:

  • Workshops und Trainings in der politischen Bildung
  • Jugendarbeit und Erwachsenenbildung
  • Arbeit in zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen
  • Fortbildungen für Multiplikator:innen
  • Diskussions- und Reflexionsformate in Organisationen und Unternehmen

Zeitlicher Rahmen | Die meisten Methoden sind für 10-20 Minuten ausgelegt. Sie können:

  • als Einstieg oder Warm-up verwendet werden,
  • zur Vertiefung einzelner Themen dienen,
  • oder als Reflexions- und Abschlussformate eingesetzt werden.

Online und offline | Alle Methoden sind so gestaltet, dass sie sowohl online als auch offline durchgeführt werden können. Wo digitale Tools sinnvoll sind, werden diese im Methodenteil genannt. Alternativ lassen sich die Formate mit einfachen analogen Materialien umsetzen.

Rolle der Trainer:innen | Trainer:innen übernehmen in der Arbeit mit dieser Toolbox vor allem eine moderierende Rolle. Ziel ist es nicht, fertige Antworten zu vermitteln, sondern Diskussionen anzuregen, Perspektiven sichtbar zu machen und Reflexionsprozesse zu begleiten.

  • Moderator:in statt Lehrende:r: Die Methoden leben davon, dass die Gruppe aktiv wird. Trainer:innen geben den Rahmen, stellen Materialien bereit und leiten Reflexionen an.
  • Neutralität: Auch wenn eigene Werte eine Rolle spielen, wichtig ist, allen Stimmen Raum zu geben und Vielfalt zuzulassen.
  • Sichere Atmosphäre schaffen: Demokratie lebt vom Austausch. Dazu gehören ein respektvoller Umgang, klare Gesprächsregeln und eine Moderation, die diskriminierende Aussagen stoppt.

Umgang mit Gruppengröße

  • Kleingruppen (6-12 TN): Alle Methoden sind gut durchführbar, direkte Interaktion möglich
  • Mittelgroße Gruppen (20-30 TN): Arbeit in Breakouts / Kleingruppenphasen einplanen
  • Große Gruppen (50+): Methoden kürzen / Umfragetools, Chat oder Abstimmungen

Umgang mit Konflikten und kontroversen Themen

  • Vielfalt zulassen: Unterschiedliche Meinungen sind Teil demokratischen Lernens
  • Grenzen setzen: Trainer:innen müssen einschreiten, wenn Aussagen diskriminierend oder menschenverachtend sind
  • Reflexion anleiten: Statt inhaltlich gegenzuhalten, lieber fragen: „Wie wirkt diese Aussage auf die Gruppe?“ oder „Welche Werte stehen dahinter?“

Transfer in den Alltag

  • Jede Methode sollte mit der Frage enden:
    • „Wie könnt ihr das in eurem Umfeld einsetzen?“
    • „Wo begegnet euch dieses Thema im Alltag?“
  • Multiplikator:innen können die Methoden so direkt in Schulen, Vereinen, Workshops oder Unternehmen anwenden.

Anpassung und Weiterentwicklung | Die Methoden sind bewusst offen gestaltet. Sie können:

  • sprachlich vereinfacht oder vertieft werden,
  • an Alter, Gruppengröße oder Vorwissen angepasst werden,
  • mit eigenen Beispielen, Szenarien oder Fragestellungen ergänzt werden.

Verkürzen: Diskussionen kürzen, weniger Szenarien oder Statements einsetzen

Verlängern: Mehr Szenarien einbauen, Gruppenpräsentationen ausführlicher gestalten

Die Toolbox lädt dazu ein, Demokratie als lern- und erfahrbaren Prozess zu verstehen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden erinnern sich an grundlegende Menschenrechte und erkennen, wie diese in ihrem Alltag sichtbar werden                                                       (Bloom: Erinnern, Verstehen)
  • Sie entwickeln ein Bewusstsein dafür, dass Rechte, die für sie selbstverständlich erscheinen, andernorts eingeschränkt sein können                        (Krathwohl: Sensibilisierung, Wertschätzung)
  • Sie reflektieren die Bedeutung von Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte  (Bloom: Bewerten, Krathwohl: Werte reflektieren)

Materialien:

  • Online: Bingo-Sheet als Miro-/Jamboard-/Padlet-Board oder PDF mit Ankreuzfeldern
  • Offline: Ausgedruckte Bingo-Sheets und Stifte
  • Muster für ein vollständiges Bingo-Sheet (16 Felder):
Ich darf meine Meinung frei äußern.Ich darf wählen gehen.Ich kann reisen, wohin ich will.Ich habe Zugang zu sauberem Wasser.
Ich darf frei eine Religion wählen.Ich darf eine Gewerkschaft gründen.Ich habe Zugang zu Bildung.Ich kann friedlich demonstrieren.
Ich darf meine Freund:innen selbst wählen.Ich darf heiraten, wen ich will.Ich darf meine Sprache sprechen.Ich habe Zugang zu Gesundheitsversorgung.
Ich darf über meinen Beruf frei entscheiden.Ich darf Kritik an der Regierung äußern.Ich darf ein Vereinsmitglied sein.Ich darf ein Buch oder Blog veröffentlichen.

Ablauf (ca. 20 Min):

  1. Einstieg (2 Min): Begrüßung & Einleitung
    • „Wir machen heute ein kurzes Bingo, um zu sehen: Welche Menschenrechte leben wir ganz selbstverständlich und welche sind nicht überall auf der Welt garantiert?“
  2. Anleitung (2 Min): Bingo-Sheet herzeigen
    • „Setzt bitte einen Haken bei jedem Feld, das für euch persönlich zutrifft.“
    • „Ziel ist es nicht, zu gewinnen, sondern sichtbar zu machen, wie Menschenrechte Teil unseres Alltags sind.“
  3. Durchführung (5 Min):Teilnehmende kreuzen für sich an
    • Trainer:in kann spielerisch fragen: „Wer hat eine Reihe voll?“ oder „Wer hat alle 16 Felder angekreuzt?“
  4. Austausch (5-8 Min) in Kleingruppen oder Plenum: Jede:r nennt 1-2 Felder, die für sie/ihn besonders wichtig sind.
    • Mögliche Leitfragen:
      • „Wo sind euch diese Rechte schon einmal bewusst geworden?“
      • „Kennt ihr Beispiele, wo solche Rechte eingeschränkt waren?“
  5. Reflexion im Plenum (5 Min):
    • Welche Rechte erscheinen uns selbstverständlich?
    • Welche davon sind besonders bedroht?
    • Warum ist es wichtig, dass alle Menschenrechte universell und unteilbar sind?

Durchführbarkeit: Online & offline

Demokratischer Wert: Menschenrechte, UniversalitätTransfer: Besonders geeignet für Jugendliche oder Gruppen ohne Vorwissen, um spielerisch ins Thema einzusteigen. Kann auch leicht an spezifische Kontexte angepasst werden (z.B. Arbeitsrechte im Unternehmen, Kinderrechte in Schulen).

Materialien:

  • Vorbereitete Szenarien (siehe Beispiele anbei)
  • Online: Breakout-Räume in Zoom, Szenario-Folie im Chat oder PDF
  • Offline: Szenario-Karten

Ablauf (ca. 20 Min):

  1. Einstieg (2 Min):
    • „Wir spielen heute eine kurze Situation nach, um zu erleben, was passiert, wenn Regeln nicht mehr für alle gelten.“
  2. Erste Runde mit Regeln (8 Min): 
    • In Kleingruppen: Jede Gruppe bekommt ein Szenario
    • Anweisung: „Trefft gemeinsam eine Entscheidung. Alle dürfen mitreden und ihr stimmt am Ende ab.“
  3. Zweite Runde ohne Rechtsstaat (5 Min):
    • Gleiche Gruppe, gleiches Szenario
    • Trainer:in ändert die Regeln: „Nur eine Person darf jetzt entscheiden.“ oder „Die Entscheidung fällt geheim, ohne Diskussion.“
    • Gruppe spielt erneut
  4. Plenumsauswertung (5 Min):
    • „Wie habt ihr euch in Runde 2 gefühlt?“
    • „Was war der Unterschied zu Runde 1?“

Reflexionsfragen:

  • „Warum sind faire Regeln so wichtig für unser Zusammenleben?“
  • „Wie verändert es Vertrauen, wenn Regeln außer Kraft gesetzt werden?“

Wert: Rechtsstaatlichkeit, Fairness.

Szenario 1: Bau eines Jugendzentrums

  • Kontext: Eine Gemeinde hat ein freies Grundstück. Es gibt Ideen dort ein Jugendzentrum einen Park oder einen Parkplatz zu bauen.
  • Mit Rechtsstaat: Alle Vorschläge werden diskutiert, es wird abgestimmt, Mehrheit entscheidet.
  • Ohne Rechtsstaat: Eine Person (z. B. Bürgermeister:in) entscheidet allein und bestimmt den Parkplatz.

Szenario 2: Schulregeln

  • Kontext: An einer Schule soll entschieden werden, ob Handys in Pausen erlaubt sind.
  • Mit Rechtsstaat: Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern dürfen mitreden. Es gibt eine Abstimmung.
  • Ohne Rechtsstaat: Direktor:in entscheidet allein. Handys werden komplett verboten.

Szenario 3: Fördermittel für Vereine

  • Kontext: Ein Ministerium vergibt 5.000 € Fördermittel. Bewerben können sich Sportgruppen, Kulturvereine und Umweltinitiativen.
  • Mit Rechtsstaat: Jury aus 5 Mitgliedern diskutiert, trifft gemeinsam eine Entscheidung.
  • Ohne Rechtsstaat: Juryvorsitzende:r entscheidet allein, ohne die anderen zu fragen.

Szenario 4: Stadtteilgestaltung

  • Kontext: Ein Stadtteil hat ein leeres Gebäude. Ideen: Gemeinschaftsgarten, Coworking-Space, Flüchtlingsunterkunft.
  • Mit Rechtsstaat: Verschiedene Gruppen bringen Vorschläge ein, Entscheidung nach Diskussion.
  • Ohne Rechtsstaat: Bauamt entscheidet ohne Rücksprache: „Es wird ein privates Bürogebäude.“

Szenario 5: Klassenfahrt

  • Kontext: Eine Schulklasse soll über das Ziel der Klassenfahrt abstimmen. Zur Auswahl stehen: Museum, Kletterpark, Vergnügungspark
  • Mit Rechtsstaat: Klassensprecher:innen organisieren Abstimmung, Mehrheit entscheidet.
  • Ohne Rechtsstaat: Lehrer:in bestimmt: „Wir fahren ins Museum.“

weitere Ideen für Szenarien (zum Anpassen)

  1. Bibliothek kauft neue Bücher: Mitbestimmung der Leser:innen vs. Entscheidung allein durch Direktor:in
  2. Stadt entscheidet über Radweg-Ausbau: Bürger:in befragt vs. Ministerium entscheidet im Geheimen
  3. Jugendzentrum plant ein Fest: Jugendliche planen mit vs. Leitung bestimmt alles allein
  4. Bürgermeister:in vergibt Bauaufträge: Transparente Ausschreibung vs. willkürliche Vergabe an Bekannte
  5. Universität beschließt Studiengebühren: Senat stimmt ab vs. Rektor:in entscheidet allein

Beispiel Szenarien aus dem Unternehmenskontext

Szenario 1: Beförderung von Mitarbeitenden

  • Mit Rechtssystem: Es gibt ein transparentes Bewerbungsverfahren, mehrere Personen sitzen in der Auswahlkommission
  • Ohne Rechtssystem: Die Geschäftsführung entscheidet willkürlich, ohne Verfahren;  Freund:innen oder Vertraute werden bevorzugt

Szenario 2: Einführung einer neuen Arbeitszeitregelung

  • Mit Rechtssystem: Mitarbeitende, Betriebsrat und Führungskräfte diskutieren gemeinsam über Homeoffice- und Gleitzeit-Regeln. Entscheidung nach Abstimmung.
  • Ohne Rechtssystem: Geschäftsführung beschließt allein, alle müssen ab sofort zwischen 9-17 Uhr im Büro sein

Szenario 3: Budgetverteilung für Abteilungen

  • Mit Rechtssystem: Jede Abteilung legt ihre Bedarfe offen, es gibt klare Kriterien, das Management-Team entscheidet gemeinsam
  • Ohne Rechtssystem: Finanzchef:in entscheidet nach persönlicher Vorliebe, welche Abteilung alles bekommt

Szenario 4: Nachhaltigkeitsprojekt im Unternehmen

  • Mit Rechtssystem: Mitarbeitende können Ideen einbringen (z.B. Solaranlage, Jobrad, Kantinen-Umstellung). Entscheidung erfolgt nach Kriterien und Diskussion.
  • Ohne Rechtssystem: Geschäftsleitung bestimmt ohne Mitsprache: „Es wird nur in PR-Maßnahmen investiert.“

Szenario 5: Umgang mit Beschwerden

  • Mit Rechtssystem: Beschwerden von Mitarbeitenden oder Kund:innen werden nach klaren Prozessen geprüft, jede:r wird angehört
  • Ohne Rechtssystem: Beschwerden werden ignoriert oder nach Sympathie entschieden

Transfer: Funktioniert gut in Schulklassen, Vereinen oder politischen Bildungskursen. Auch für Unternehmen spannend: Entscheidungen einmal mit und einmal ohne klare Regeln durchspielen (z.B. Beförderungen, Budgetentscheidungen).

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden erkennen, dass Diskussion und Beteiligung Entscheidungen verändern können. (Bloom: Verstehen, Analysieren)
  • Sie reflektieren die Bedeutung von Kompromissfindung in demokratischen Prozessen. (Bloom: Bewerten, Krathwohl: Wertehaltung entwickeln)
  • Sie entwickeln ein Gespür für die Spannung zwischen individuellen und kollektiven Interessen. (Krathwohl: Einfühlen)

Materialien:

  • Online: Mentimeter/Slido
  • Offline: Karten oder Handzeichen
  • Vorbereitetes Dilemma: „Eine Stadt hat 100.000 € Budget. Wofür soll es ausgegeben werden? (A: Park, B: Schule, C: Kulturzentrum, D: Sportplatz)“.

Ablauf (ca. 15 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Ihr seid die Bürger:innen einer Stadt und müsst über das Budget entscheiden.“
  2. Abstimmung 1 (3 Min):
    • Jede:r stimmt individuell ab (A–D)
    • Ergebnisse werden eingeblendet
  3. Diskussion (5 Min):
    • Breakouts: Jede Gruppe diskutiert ihre Wahl.
    • Leitfrage: „Warum habt ihr so entschieden? Was spricht für die anderen Optionen?“
  4. Abstimmung 2 (3 Min):
    • Alle stimmen erneut ab.
    • Ergebnisse vergleichen: Hat sich etwas verändert?
  5. Plenumsauswertung (2 Min):
    • „Wie hat die Diskussion eure Sicht beeinflusst?“

Reflexionsfragen:

  • „Warum ist es wichtig, andere Perspektiven in Entscheidungen einzubeziehen?“
  • „Wie verändert Beteiligung die Qualität von Entscheidungen?“

Wert: Beteiligung, Kompromissfähigkeit.

Ideen für Entscheidungs-Dilemmata

Dilemma 1: Stadtbudget für Kultur oder Klima?

  • Kontext: Die Stadt hat 100.000 € Budget.
  • Option A: Neubau einer Solaranlage für die Schule (Klimaschutz)
  • Option B: Renovierung des Theaters (Kulturförderung)
  • Option C: Bau eines Spielplatzes (Kinder & Familien)
  • Option D: Ausbau von Radwegen (Verkehr & Umwelt)
  • Dilemma: Alle Projekte sind wichtig, aber es reicht nur für eines

Dilemma 2: NGO-Jahresplanung

  • Kontext: Eine NGO hat 20.000 € für Projekte
  • Option A: Kampagne für Frauenrechte
  • Option B: Workshopreihe für Jugendliche
  • Option C: Rechtsberatung für Migrant:innen
  • Option D: Öffentlichkeitsarbeit für mehr Sichtbarkeit
  • Dilemma: Alles passt zum Auftrag, was hat Priorität?

Dilemma 3: Schule entscheidet über Digitalisierung

  • Kontext: Schule erhält 15.000 € Fördergeld
  • Option A: Neue Tablets für Schüler:innen
  • Option B: Ausbau des Schulgartens (Umweltbildung)
  • Option C: Klassenfahrt ins EU-Parlament (Demokratie erleben)
  • Option D: Einrichtung eines Musikraums
  • Dilemma: Vier sehr verschiedene und wichtige Bildungswege

Dilemma 4: Gemeinde über Zukunft des Marktplatzes

  • Kontext: Ein leerer Marktplatz soll neugestaltet werden
  • Option A: Grüner Park mit Bäumen
  • Option B: Parkplatz für die Innenstadt
  • Option C: Fläche für Wochenmarkt & Kulturveranstaltungen
  • Option D: Wohnraum für Studierende
  • Dilemma: Unterschiedliche Gruppen haben unterschiedliche Interessen

Dilemma 5: Unternehmen entscheidet über Nachhaltigkeitsbudget

  • Kontext: Ein Unternehmen hat 50.000 € für Nachhaltigkeitsvorhaben
  • Option A: Energieeffizienz in der Produktion
  • Option B: Jobräder für Mitarbeitende
  • Option C: Unterstützung eines lokalen Umweltprojekts
  • Option D: Schulungen zu Nachhaltigkeit im Unternehmen
  • Dilemma: Investition intern oder extern? Kurzfristiger Nutzen oder langfristige Wirkung?

Weitere Ideen:

  • Bürgermeister:in entscheidet über Bürgerbudget: Spielplatz vs. Seniorenheim vs. Straßenbeleuchtung
  • Stadtbücherei bekommt Spende: neue Bücher vs. barrierefreier Umbau vs. digitale Ausrüstung
  • Jugendparlament: Geld für Skatepark vs. Nachhilfe-Programm vs. Jugendkulturfestival
  • Kleinstadt-Festival: Fokus auf regionale Bands vs. internationale Künstler:innen vs. Kinderprogramm
  • Flüchtlingsunterkunft: Mehr Sprachkurse vs. mehr Wohnraum vs. Freizeitangebote
  • Team-Budget: Weiterbildung vs. Teamevent vs. neue Software
  • CSR-Mittel: Spende an lokale Schule vs. Baumpflanzaktion vs. Sponsoring Sportverein
  • Innovationstopf: Entwicklung neuer Produkte vs. Verbesserung bestehender Prozesse vs. Mitarbeiterideen
  • Arbeitszeitmodell: mehr Homeoffice vs. kürzere Wochenarbeitszeit vs. flexible Gleitzeit
  • Kantinenbudget: regionale Bio-Produkte vs. mehr vegetarische Optionen vs. günstigere Preise

Transfer: Einsetzbar in Jugendgruppen, Bürger:innenversammlungen oder auch CSR-/Nachhaltigkeits-Workshops. Szenarien können an lokale Themen angepasst werden (z.B. Gemeindeprojekte, NGO-Budget, Unternehmensentscheidungen).

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden erkennen, dass nicht alle gesellschaftlichen Gruppen bei Entscheidungen gleichermaßen vertreten sind. (Bloom: Analysieren)
  • Sie reflektieren, welche Konsequenzen es hat, wenn Stimmen fehlen. (Bloom: Bewerten, Krathwohl: Wertehaltung entwickeln)
  • Sie entwickeln Bewusstsein für Inklusion und Repräsentation. (Krathwohl: Wertschätzung, Verantwortung)

Materialien:

  • Online: Miro-/Padlet-Board mit rundem Tisch
  • Offline: Flipchart mit großem Kreis (Tisch) und Post-its

Ablauf (ca. 20 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Stellt euch vor, in eurer Stadt soll über die Zukunft entschieden werden. Wer sitzt am Tisch, um mitzureden?“
  2. Runde 1 spontane Nennungen (5 Min):
    • Jede:r nennt Akteure (z.B. Politik, Verwaltung, Wirtschaft)
    • Trainer:in sammelt am „Tisch“
  3. Runde 2 wer fehlt? (5 Min):
    • Impulse: „Sind Jugendliche vertreten? NGOs? Menschen mit Behinderung? Natur/Umwelt?“
    • Ergänzung am Tisch
  4. Plenumsauswertung (8 Min): Gemeinsam betrachten: Wer ist stark vertreten, wer fehlt oft?

Reflexionsfragen:

  • „Welche Folgen hat es, wenn bestimmte Stimmen fehlen?“
  • „Wie können wir Entscheidungsprozesse inklusiver gestalten?“

Wert: Partizipation, Repräsentation

Transfer: Ideal für Beteiligungsprozesse in NGOs oder Kommunen. Im Unternehmen anwendbar, wenn es um Stakeholderdialog, Projektentwicklung oder Teamprozesse geht.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden entwickeln die Fähigkeit, Informationen kritisch zu prüfen. (Bloom: Analysieren, Bewerten)
  • Sie erkennen, wie wichtig eine freie und unabhängige Informationsbasis für Demokratie ist. (Bloom: Verstehen, Krathwohl: Sensibilisierung)
  • Sie entwickeln eine Haltung gegen Desinformation. (Krathwohl: Wertehaltung, Verantwortungsbewusstsein)

Materialien:

  • 4-5 vorbereitete Schlagzeilen, angepasst auf ein aktuelles Thema
  • Online: Folie + Mentimeter (Abstimmung)
  • Offline: Ausdrucke + Kartenabfrage

Ablauf (ca. 15 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Wir testen, ob ihr Fake News erkennt.“
  2. Durchführung (5 Min):
    • Schlagzeilen zeigen
    • Jede:r stimmt ab: Echt oder Fake
  3. Auflösung (5 Min): Trainer:in enthüllt, welche Schlagzeilen echt/fake sind und warum
  4. Plenumsauswertung (3 Min): Diskussion: „Wie entscheiden wir, ob eine Info glaubwürdig ist?“

Reflexionsfragen:

  • „Welche Kriterien nutzt du, um Informationen zu prüfen?“
  • „Warum ist eine freie Informationsbasis für Demokratie so wichtig?“

Wert: Informationsfreiheit, kritisches Denken

Beispiele für echte Schlagzeilen

  1. „Dramatische Bilanz: UN-Bericht: Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht“ (Quelle)
  2. „EU-Parlament stimmt zu: Umstrittenes Lieferkettengesetzt abgeschwächt“ (Quelle)
  3. „Deutschland soll bis 2045 klimaneutral werden.“ (Quelle)
  4. Ende der Tampon Tax: Binden, Tampons und Kondome werden 2026 günstiger (Quelle)
  5. „Demokratie in Österreich: Der Trend zeigt abwärts“ (Quelle)
  6. „Budget der Wiener Bezirke wird eingefroren.“ (Quelle)

Beispiele Fake-Schlagzeilen

  1. „Neue Studie: Schokolade heilt Depressionen vollständig.“
  2. „Brüssel plant Zwangsferien für alle EU-Bürger:innen zweimal im Jahr.“
  3. „Forscher entwickeln selbstleuchtende Bäume als Ersatz für Straßenlaternen.“
  4. „Österreich führt ein Verbot von vegetarischem Fleischersatz ein.“
  5. „Österreich schafft Bargeld ab, nur noch Bezahlung mit Chips im Arm erlaubt.“
  6. „Weltbank empfiehlt, Demokratie für 5 Jahre auszusetzen, um Wirtschaft zu stabilisieren.“
  7. „Neue EU-Verordnung: Alle Autos müssen pink lackiert werden, um Sicherheit zu erhöhen.“

Einsatzhinweis für Trainer:innen

  • Mix aus realistisch klingenden Fakes und tatsächlichen Nachrichten wählen
  • Wichtig: Immer die Quelle der echten Schlagzeilen parat haben, um im Auflösungsteil Glaubwürdigkeit zu zeigen
  • Bei Fake-News-Beispielen am Ende klarstellen, dass sie erfunden sind. Manche sind absichtlich überspitzt, andere sollen realistischer wirken, damit die Diskussion entsteht.

Transfer: Besonders für Jugendliche oder Gruppen mit Social-Media-Bezug geeignet. In Unternehmen lässt sich die Methode adaptieren, um über interne Kommunikation, Medienkompetenz oder Gerüchtekultur zu sprechen.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden setzen sich mit der Bedeutung und Unteilbarkeit von Grundrechten auseinander. (Bloom: Bewerten, Analysieren)
  • Sie reflektieren, welche Rechte ihnen besonders wichtig erscheinen – und warum eigentlich alle unverzichtbar sind. (Krathwohl: Wertebewusstsein, Sensibilisierung)
  • Sie erleben, wie schwer es ist, auf bestimmte Rechte zu verzichten. (Krathwohl: Emotionale Beteiligung)

Materialien:

  • Rechte-Karten (10 Stück, z.B.):
    1. Recht auf freie Meinungsäußerung
    2. Recht auf Bildung
    3. Recht auf faire Gerichtsverfahren
    4. Recht auf Religionsfreiheit
    5. Recht auf Versammlungsfreiheit
    6. Recht auf körperliche Unversehrtheit
    7. Recht auf Privatsphäre
    8. Recht auf Gleichheit vor dem Gesetz
    9. Recht auf Eigentum
    10. Recht auf Arbeit und Berufswahl

Ablauf (ca. 15 Min):

  1. Einstieg (2 Min):
    • „Ihr habt 10 Grundrechte. Doch durch eine Krise müsst ihr 3 davon aufgeben.“
  2. Kleingruppenarbeit (8 Min):
    • Jede Gruppe diskutiert und entscheidet, welche 3 Rechte sie aufgeben würde
    • Trainer:in beobachtet Diskussion
  3. Plenumsauswertung (5 Min):
    • Gruppen präsentieren ihre Wahl
    • Trainer:in fragt: „Wie habt ihr entschieden? Fiel es euch leicht oder schwer?“

Reflexionsfragen:

  • „Warum ist es problematisch, überhaupt auf Rechte verzichten zu müssen?“
  • „Was bedeutet die Unteilbarkeit von Menschenrechten für uns?“

Wert: Menschenrechte, Unteilbarkeit

Transfer: Sehr eindrucksvoll bei Schulklassen und Jugendgruppen. In Unternehmen als Einstieg in Gespräche über Arbeitsrechte oder Unternehmenswerte nutzbar.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden erleben, dass demokratische Entscheidungen häufig aus Abwägungen und Kompromissen entstehen. (Bloom: Anwenden, Bewerten)
  • Sie erkennen, dass unterschiedliche Gruppen verschiedene Interessen haben und dass eine Balance nötig ist. (Bloom: Analysieren, Krathwohl: Wertebewusstsein)
  • Sie entwickeln Empathie für andere Sichtweisen und trainieren Teamarbeit. (Krathwohl: Einfühlen, Verantwortung)

Materialien:

  • Online: Miro-Board oder Whiteboard mit Vorlage (Stadtplan, Budgetanzeige)
  • Offline: Großer Papierbogen mit Stadtplan, Moderationskarten, Budgetchips
  • Vorlage: Jede Gruppe hat ein Budget von 50.000 € und folgende Projektoptionen:
    • Parkanlage (30.000 €)
    • Parkplatz (20.000 €)
    • Jugendzentrum (25.000 €)
    • Radwegnetz (15.000 €)
    • Kulturzentrum (40.000 €)
    • Sozialwohnungen (35.000 €)

Ablauf (20 Min):

  1. Einstieg (2 Min):
    • „Ihr seid Stadtplaner:innen. Eure Stadt hat 50.000 €, aber viele Wünsche. Ihr müsst gemeinsam entscheiden, was umgesetzt wird.“
  2. Kleingruppenarbeit (10 Min):
    • Gruppen markieren auf Stadtplan, welche Projekte sie umsetzen wollen.
    • Bedingung: Das Budget darf nicht überschritten werden
    • Diskussion: „Welche Interessen sind uns wichtig? Wer profitiert?“
  3. Präsentation (5 Min):
    • Jede Gruppe stellt kurz ihr Stadtmodell vor
  4. Plenumsauswertung (3 Min):
    • Vergleich: Welche Unterschiede gibt es zwischen den Gruppen?

Reflexionsfragen:

  • „Welche Interessen habt ihr priorisiert – und warum?“
  • „Welche Gruppen sind in euren Entscheidungen berücksichtigt oder übergangen worden?“
  • „Was sagt uns das über die Realität in demokratischen Prozessen?“

Wert: Beteiligung, Kompromissfindung, Gerechtigkeit

Transfer: Ideal in politischen Bildungssettings, aber auch in CSR-Workshops: Statt Stadt-Projekten können unternehmerische Nachhaltigkeitsprojekte zur Auswahl stehen.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden lernen, Argumente klar zu formulieren – auch für Positionen, die nicht ihre eigenen sind. (Bloom: Analysieren, Anwenden)
  • Sie entwickeln ein Gespür für die Komplexität von Meinungen und trainieren Perspektivwechsel. (Bloom: Bewerten, Krathwohl: Empathie)
  • Sie üben respektvolle Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Positionen. (Krathwohl: Wertehaltung – Respekt, Dialogfähigkeit)

Materialien:

  • Online: Breakout-Räume in Zweiergruppen
  • Offline: Stuhlpaare oder kleine Tischrunden
  • Vorbereitete Statements (Beispiele):
    • „Wählen ab 16 sollte erlaubt sein.“
    • „Soziale Medien sind gut für Demokratie.“
    • „Bürger:innenräte sollten über Gesetze mitentscheiden dürfen.“
    • „Pflichtdienst (Soziales oder Militär) für alle nach der Schule.“
    • „Klimaschutz darf nicht über Demokratie gestellt werden.“
    • Soziale Medien sind eine Gefahr für die Demokratie.“
    • „Volksentscheide sind besser als Parlamente.“
    • „Demonstrationen sollten nur mit Genehmigung erlaubt sein.“
    • „Alle Bürger:innen sollten verpflichtet sein, einmal im Leben ein Ehrenamt zu übernehmen.“
    • „Flüchtlinge sollten in Europa frei ihren Wohnort wählen dürfen.“
    • „Politiker:innen sollten maximal zwei Amtszeiten haben dürfen.“
    • „Desinformation sollte in sozialen Medien streng zensiert werden.“
    • „Junge Menschen (<25) sollten in politischen Fragen mehr Mitspracherecht haben als Ältere.“
    • „Demokratie funktioniert nur, wenn alle Bürger:innen regelmäßig wählen gehen.“
    • „Wirtschaftsinteressen sind wichtiger als Umweltschutz.“
    • „Mitarbeitende sollten bei allen wichtigen Unternehmensentscheidungen mitbestimmen dürfen.“
    • „Homeoffice macht Unternehmen auf Dauer unproduktiver.“
    • „Nachhaltigkeit darf nicht teurer sein als Gewinnmaximierung.“
    • „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist in der Praxis unrealistisch.“
    • „Unternehmen sollten verpflichtet sein, ihre CO₂-Emissionen öffentlich zu machen.“

Ablauf (15 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Ihr bekommt gleich eine These und diskutiert sie in einer Mini-Debatte. Wichtig: Erst vertritt ihr eure eigene Position, dann die Gegenposition.“
  2. Runde 1 (6 Min): Person A = Pro (2 Min Redezeit), Person B = Contra (2 Min Redezeit). Danach Rollenwechsel (je 1 Min): A vertritt Contra, B Pro
  3. Runde 2 (5 Min): Neue These, neue Paare (je nach Zeit)
  4. Plenumsauswertung (2 Min): „Wie war es, eine fremde Position zu vertreten?“

Reflexionsfragen:

  • „Wie hat es sich angefühlt, eine Position zu vertreten, die nicht deine eigene ist?“
  • „Warum ist es für Demokratie wichtig, andere Perspektiven verstehen zu können?“

Wert: Dialogfähigkeit, Respekt, Meinungsfreiheit.

Transfer: Universell einsetzbar. In Schulen stärkt es Diskussionsfähigkeit, in NGOs die Argumentationskraft. In Unternehmen kann es genutzt werden, um strategische Themen (Homeoffice, Nachhaltigkeit, Diversität) zu diskutieren.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden erinnern und sammeln Begriffe, die für sie mit Demokratie verbunden sind. (Bloom: Erinnern)
  • Sie reflektieren, welche Begriffe für die Gruppe besonders zentral sind. (Bloom: Verstehen, Bewerten)
  • Sie erleben die Vielfalt demokratischer Werte in der Gruppe. (Krathwohl: Wertebewusstsein, Offenheit)

Materialien:

  • Online: Whiteboard (Miro, Padlet) oder Chat
  • Offline: Flipchart, Moderationskarten
  • Vorlage: Alphabet A–Z

Ablauf (10–12 Min):

  1. Einstieg (1 Min): „Wir sammeln ein ABC der Demokratie. Jeder Buchstabe soll für einen Begriff stehen.“
  2. Sammlung (7 Min):
    • Alle nennen Begriffe. Trainer:in schreibt ins Board.
    • Beispiel: A = Abstimmung, B = Beteiligung, C = Chancengleichheit, D = Dialog …
  3. Sortierung (2–3 Min): Trainer:in markiert Begriffe, die mehrfach genannt wurden.
  4. Plenumsauswertung (2 Min): Kurzer Austausch: „Welcher Begriff ist für euch am wichtigsten?“

Reflexionsfragen:

  • „Welcher Begriff beschreibt für dich am besten, was Demokratie bedeutet?“
  • „Welche Begriffe haben dich überrascht?“

Wert: Vielfalt, Demokratieverständnis

Transfer: Sehr gut als Warm-up oder Energizer. In NGOs oder Vereinen kann man die Begriffe auf den eigenen Organisationskontext beziehen. In Unternehmen können statt „Demokratie“ z. B. „Nachhaltigkeit“ oder „Teamarbeit“ ins Zentrum gestellt werden.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden üben, in alltäglichen Situationen demokratisch zu handeln. (Bloom: Anwenden)
  • Sie reflektieren, wie demokratische Werte auch in kleinen Momenten relevant sind. (Bloom: Verstehen, Bewerten)
  • Sie entwickeln Handlungskompetenz und Zivilcourage. (Krathwohl: Wertehaltung, Verantwortung)

Materialien:

  • Online: Szenarien als Folien, in Breakout-Gruppen bearbeiten
  • Offline: Szenario-Karten

Ablauf (15 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Manchmal zeigt sich Demokratie in kleinen Alltagsmomenten. Wir schauen uns gleich Beispiele an.“
  2. Kleingruppenarbeit (8 Min): Jede Gruppe bekommt ein Szenario. Aufgabe: „Diskutiert, wie ihr in dieser Situation demokratisch handeln würdet.“
  3. Plenumsauswertung (5 Min): Jede Gruppe präsentiert ihre Lösung. Trainer:in sammelt Handlungsoptionen sichtbar (z.B. auf Whiteboard).

Reflexionsfragen:

  • „Was bedeutet demokratisches Handeln im Alltag – auch ohne große Wahlen?“
  • „Welche Handlungsmöglichkeiten habt ihr in solchen Situationen?“

Wert: Zivilcourage, Beteiligung, Alltagsdemokratie

Beispiele für Alltags-Szenarien (vorbereitet):

  • In einem Online-Chat werden kritische Stimmen stummgeschaltet.
    • Im Verein wird über ein Projekt entschieden, aber nur „die Lautesten“ kommen zu Wort.
    • In der Schule/VHS werden Regeln aufgestellt, ohne die Teilnehmenden einzubeziehen.
    • Ein:e Moderator:in löscht Kommentare, die zwar kritisch, aber sachlich sind.
    • Bei einer Abstimmung werden Stimmen von Neuen in der Gruppe nicht gezählt.
    • Vereinssitzung: In einer Vereinsversammlung wird über ein Projekt abgestimmt. Einige Mitglieder äußern sich kritisch, werden aber von den „alten Hasen“ übergangen.
    • Klassensprecherwahl: Nur Schüler:innen mit sehr guten Noten dürfen kandidieren, andere werden nicht zugelassen.
    • Nachbarschaftstreffen: Es soll über die Nutzung eines leerstehenden Raums entschieden werden. Nur Erwachsene dürfen ihre Meinung sagen, Jugendliche werden ignoriert.
    • Sportgruppe: Über neue Trainingszeiten soll entschieden werden. Trainer:in bestimmt allein, obwohl alle betroffen sind.
    • Schulfest: Ein Komitee plant das Programm. Ideen von Schüler:innen mit Migrationshintergrund werden nicht berücksichtigt.
    • Jugendzentrum: Regeln werden von den Betreuer:innen festgelegt, ohne die Jugendlichen einzubeziehen.
    • Bürger:innenversammlung: Es gibt nur zwei Minuten Redezeit für alle, eine einflussreiche Gruppe überschreitet diese ständig, ohne Konsequenzen.
    • Vereinssitzung digital: Einige Mitglieder haben keine Kamera/Mikrofon, ihre Stimmen werden bei einer Abstimmung nicht gezählt.
    • Schulprojekt: Gruppe soll ein Thema wählen. Zwei Schüler:innen werden überstimmt, ohne dass ihre Argumente gehört werden.

5 Szenarien aus dem unternehmerischen Alltag

  1. Projektteam: Ein Team soll ein neues Tool auswählen. Führungskraft entscheidet im Alleingang, obwohl Mitarbeitende die Hauptnutzer:innen sind.
  2. Betriebsversammlung: Es wird über Arbeitszeiten gesprochen. Beiträge der befristet Angestellten werden abgewürgt.
  3. Abteilungsmeeting: Drei Vorschläge für ein Nachhaltigkeitsprojekt werden diskutiert. Nur der Vorschlag der Führungskraft kommt in die Endabstimmung.
  4. Feedbackrunde: Kritik von Mitarbeitenden wird gesammelt. Nur positives Feedback wird im Management-Report weitergegeben.
  5. Kantinenentscheidung: Mitarbeitende sollen über neues Menü abstimmen. Ergebnisse werden veröffentlicht – die Geschäftsführung ignoriert sie und wählt eine eigene Option.

Transfer: Funktioniert überall, da es um Situationen des täglichen Lebens geht. In Unternehmen lässt es sich direkt anpassen (z.B. Führungskraft entscheidet ohne Mitarbeitende, Feedback wird ignoriert).

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden erinnern sich spielerisch an grundlegende Begriffe und Werte der Demokratie. (Bloom: Erinnern)
  • Sie verstehen Zusammenhänge zwischen Symbolen, Begriffen und Werten. (Bloom: Verstehen)
  • Sie entwickeln ein Bewusstsein für die Vielfalt demokratischer Prinzipien. (Krathwohl: Wertebewusstsein)

Materialien:

  • Online: Memory-Karten in Miro, Jamboard oder als Präsentation.
  • Offline: Gedruckte Memory-Karten.
  • Kartenset (Beispiele, Paare):
    • Wahlurne ↔ freie Wahlen
    • Waage ↔ Rechtsstaatlichkeit
    • Mikrofon ↔ Meinungsfreiheit
    • Menschenkette ↔ Versammlungsfreiheit
    • Zeitung ↔ Pressefreiheit
    • Europaflagge ↔ EU-Werte
    • Herz ↔ Menschenwürde
    • Weltkugel ↔ Solidarität

Ablauf (15 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Wir spielen ein kleines Memory, das uns zeigt, welche Werte und Symbole Demokratie ausmachen.“
  2. Spiel (8 Min):
    • Gruppen decken Karten auf (2 pro Zug).
    • Bei einem Treffer: Kurze Erklärung des Zusammenhangs.
    • Bei falschem Paar: Karten bleiben liegen.
  3. Auswertung (5 Min): Trainer:in fragt: „Welche Paare waren für euch am überraschendsten?“

Reflexionsfragen:

  • „Welche Begriffe oder Symbole sind für dich am stärksten mit Demokratie verbunden?“
  • „Welche Werte sind dir persönlich wichtig?“

Wert: Demokratie-Grundlagen, Wertebewusstsein

Transfer: Besonders geeignet für Kinder, Jugendliche oder Gruppen mit wenig Vorwissen. In Unternehmen adaptierbar, indem man statt Demokratiebegriffen Unternehmenswerte oder Nachhaltigkeitsprinzipien nutzt.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden schlüpfen in verschiedene Rollen und erleben unterschiedliche Perspektiven bei Entscheidungen. (Bloom: Anwenden, Analysieren)
  • Sie erkennen Machtunterschiede und deren Einfluss auf Ergebnisse. (Bloom: Bewerten)
  • Sie entwickeln Empathie und Verständnis für Vielfalt. (Krathwohl: Perspektivwechsel, Wertehaltung)

Materialien:

  • Rollen-Karten (Beispiele):
    • Politiker:in
    • Journalist:in
    • Unternehmer:in
    • NGO-Vertreter:in
    • Bürger:in
    • Schüler:in
    • Wissenschaftler:in
  • Entscheidungsszenario, z.B.: „Die Stadt entscheidet über den Bau eines neuen Projekts (Park, Einkaufszentrum, Flüchtlingsunterkunft).“
  • Weitere Szenarien, Rollenbeschreibung

Ablauf (20 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Ihr vertretet gleich unterschiedliche Rollen in einer Entscheidungskonferenz.“
  2. Vorbereitung (3 Min): Jede:r liest ihre/seine Rollenkarte (ggf. Kurzbeschreibung).
  3. Diskussion (10 Min):
    • Gruppe diskutiert, welche Option gewählt wird.
    • Jede Rolle muss ihre Perspektive einbringen.
  4. Abschluss (5 Min): Entscheidung wird im Plenum verkündet.

Reflexionsfragen:

  • „Welche Rollen hatten besonders viel Einfluss? Welche wurden kaum gehört?“
  • „Was bedeutet das für faire Beteiligung in der Demokratie?“

Wert: Repräsentation, Machtbalance, Partizipation

Transfer: Ideal für Schulen, Vereine, Bürger:innenbeteiligung. In Unternehmen passt es hervorragend in Workshops zu Stakeholderdialog oder Change-Management: Rollen können an Kund:innen, Lieferant:innen, Mitarbeitende angepasst werden.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden tauschen persönliche Erfahrungen mit Demokratie und Werten aus. (Bloom: Verstehen)
  • Sie entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede. (Bloom: Analysieren)
  • Sie entwickeln Offenheit und Wertschätzung für Vielfalt. (Krathwohl: Empathie, Dialogbereitschaft)

Materialien:

  • Online: Breakout-Räume (2er-Paare, automatischer Wechsel).
  • Offline: Stuhlkreis, Partnerwechsel nach 3 Minuten.
  • Leitfragen (Beispiele):
    • „Wo hast du Demokratie schon einmal direkt erlebt?“
    • „Welcher Wert ist dir im Alltag besonders wichtig?“
    • „Gab es eine Situation, in der du dich für ein demokratisches Prinzip einsetzen musstest?“
  • Werteliste

Ablauf (15 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Wir machen ein Speed-Dating – aber nicht über Liebe, sondern über Werte.“
  2. Gesprächsrunden (9 Min):
    • 3 Runden à 3 Min mit wechselnden Partner:innen.
    • Jede Runde neue Leitfrage.
  3. Plenumsauswertung (4 Min): Kurzer Austausch: „Welche Gemeinsamkeiten habt ihr entdeckt?“

Reflexionsfragen:

  • „Welche Werte verbinden uns? Welche Unterschiede habt ihr erlebt?“
  • „Wie können wir trotz Unterschieden gut zusammenarbeiten?“

Wert: Gemeinschaft, Vielfalt, Dialog

Transfer: Gut für den Beziehungsaufbau in neuen Gruppen (Schule, NGO, Verein). In Unternehmen einsetzbar als Icebreaker bei Workshops oder Teambuilding, besonders bei Diversity- und Werte-Themen.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden erfahren, wie es ist, wenn das eigene Wahlrecht eingeschränkt oder entzogen wird. (Bloom: Verstehen, Anwenden)
  • Sie reflektieren die Bedeutung des Wahlrechts für Demokratie. (Bloom: Bewerten, Krathwohl: Wertehaltung)
  • Sie entwickeln Empathie für Menschen, die keine Stimme haben. (Krathwohl: Einfühlen)

Materialien:

  • Abstimmungstool (Mentimeter, Handzeichen, Karten).
  • Beispielabstimmung: „Sollen wir das nächste Training online oder offline machen?“
  • Weitere Beispiele

Ablauf (10–12 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Wir machen eine kurze Abstimmung. Aber Achtung: Nicht alle dürfen mitentscheiden.“
  2. Abstimmung (5 Min):
    • Alle stimmen ab, außer 2–3 zufällig ausgeschlossene Personen – wie wird es entschieden?
    • Ergebnis wird verkündet.
  3. Plenumsauswertung (5 Min):
    • Trainer:in fragt die Ausgeschlossenen: „Wie hat sich das angefühlt?“
    • Vergleich mit den anderen.

Reflexionsfragen:

  • „Wie wäre Demokratie, wenn bestimmte Menschen nicht mitbestimmen dürften?“
  • „Warum ist das Wahlrecht so zentral für Gleichheit?“

Wert: Gleichheit, Wahlrecht, Teilhabe

Transfer: Funktioniert sehr eindrucksvoll in allen Kontexten. Besonders stark in Jugendgruppen, aber auch in Unternehmen (z.B. Simulation: „Einige Abteilungen dürfen nicht mitreden“).

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden reflektieren, welche demokratischen Werte für sie besonders wichtig erscheinen. (Bloom: Analysieren, Bewerten)
  • Sie diskutieren Unterschiede und Gemeinsamkeiten. (Bloom: Verstehen, Krathwohl: Wertehaltung)
  • Sie erkennen, dass Werte nicht absolut, sondern verhandelbar und kontextabhängig sein können. (Krathwohl: Offenheit, Ambiguitätstoleranz)

Materialien:

  • Online: Whiteboard mit Pyramiden-Vorlage.
  • Offline: Papierkarten + große Pyramiden-Zeichnung.
  • Werte-Karten (Beispiele):
    • Freiheit
    • Gleichheit
    • Gerechtigkeit
    • Solidarität
    • Rechtsstaatlichkeit
    • Menschenwürde
    • Pluralismus
    • Teilhabe
    • Transparenz
    • Sicherheit

Ablauf (15–20 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Wir bauen eine Pyramide der Werte: Oben steht der wichtigste, unten die Basis.“
  2. Gruppenarbeit (10 Min):
    • Jede Gruppe ordnet 6-8 Werte in eine Pyramide.
    • Diskussion: „Was ist Basis, was Spitze?“
  3. Präsentation (5 Min): Gruppen zeigen ihre Pyramiden
  4. Plenumsauswertung (3 Min): Unterschiede vergleichen

Reflexionsfragen:

  • „Warum habt ihr diese Werte an die Spitze gestellt?“
  • „Kann man Werte überhaupt hierarchisch ordnen?“

Wert: Wertebewusstsein, Pluralismus, Reflexion

Transfer: Universell einsetzbar, weil Werte immer relevant sind. In NGOs und Schulen gut zur Selbstreflexion. In Unternehmen eignet es sich hervorragend für Teamentwicklung oder Leitbildprozesse.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden machen sichtbar, welche demokratischen Werte ihnen persönlich am wichtigsten sind. (Bloom: Erinnern, Verstehen)
  • Sie erkennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Gruppe. (Bloom: Analysieren)
  • Sie entwickeln Wertschätzung für Vielfalt und lernen, dass unterschiedliche Prioritäten normal sind. (Krathwohl: Wertebewusstsein, Offenheit)

Materialien:

  • Online: Chatfunktion (Zoom, Teams) oder Mentimeter für Wordcloud.
  • Offline: Kärtchen + Pinnwand.
  • Werteliste 
  • Leitfrage: „Welcher demokratische Wert ist dir am wichtigsten?“

Ablauf (10 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Schreibt bitte alle einen Wert in den Chat, der für euch Demokratie am besten beschreibt. Nur ein Wort.“
  2. Sammlung (3 Min):
    • Alle Werte erscheinen im Chat.
    • Optional: Mentimeter generiert eine Wordcloud (häufig genannte Werte erscheinen größer).
  3. Plenumsauswertung (5 Min):
    • Trainer:in liest einige Werte laut vor.
    • Austausch: „Welche Häufungen gibt es? Welche Überraschungen?“

Reflexionsfragen:

  • „Welche Werte verbinden uns am meisten?“
  • „Welche Unterschiede machen unsere Gruppe vielfältig?“

Wert: Pluralismus, Vielfalt, Meinungsfreiheit

Transfer: Ideal als schneller Einstieg oder Abschluss online. In Unternehmen gut einsetzbar, um „Top-Werte“ des Teams sichtbar zu machen. In Schulen kann man daraus ein Plakat gestalten.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden üben, eine politische Haltung klar und kurz auszudrücken. (Bloom: Anwenden)
  • Sie erkennen die Bedeutung von Versammlungsfreiheit und Protest als demokratisches Recht. (Bloom: Verstehen, Bewerten)
  • Sie entwickeln Mut, eigene Forderungen öffentlich sichtbar zu machen. (Krathwohl: Haltung ausdrücken, Verantwortung)

Materialien:

  • Online: Whiteboard (Miro/Padlet) oder Chat
  • Offline: Papierkarten, Stifte (als „Protestplakate“)
  • Vorlage: Jede:r schreibt eine Forderung mit maximal acht Wörtern auf

Ablauf (15 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Stellt euch vor, ihr seid auf einer Demo. Jede:r schreibt eine Forderung auf ein Plakat, knapp, prägnant, sichtbar.“
  2. Gestaltung (5 Min):
    • Online: Jede:r schreibt ins Board/Chat.
    • Offline: Karten gestalten wie Plakate.
  3. Präsentation (5 Min):
    • Trainer:in blendet alle Plakate ein.
    • Freiwillige dürfen ihre Forderung vorlesen.
  4. Plenumsauswertung (3 Min): Kurze Diskussion: „Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Welche Unterschiede?“

Reflexionsfragen:

  • „Warum ist das Recht auf friedlichen Protest so wichtig für Demokratie?“
  • „Welche Themen würdet ihr wirklich auf die Straße bringen?“

Wert: Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Zivilgesellschaft

Transfer: Gut in Jugend- und NGO-Kontexten. In Unternehmen lässt sich die Methode adaptieren: Statt „Protest“ können Mitarbeitende „Wünsche oder Forderungen an die Organisation“ formulieren.

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden erleben, dass Mehrheitsentscheidungen nicht immer fair für alle sind. (Bloom: Verstehen, Analysieren)
  • Sie reflektieren, warum Demokratie auch den Schutz von Minderheiten braucht. (Bloom: Bewerten)
  • Sie entwickeln Empathie für Gruppen, die regelmäßig überstimmt oder ausgeschlossen werden. (Krathwohl: Wertehaltung, Einfühlung)

Materialien:

  • Abstimmungstool (Mentimeter, Karten, Handzeichen).
  • Szenario-Beispiel: „Soll die Stadt einen Skatepark bauen?“
  • Weitere Szenarien

Ablauf (15 Min):

  1. Einstieg (2 Min): „Wir stimmen jetzt demokratisch ab. Mehrheit entscheidet.“
  2. Abstimmung (3 Min):
    • Alle stimmen ab.
    • Mehrheit setzt sich durch.
  3. Auswertung (5 Min):
    • Trainer:in fragt die unterlegene Minderheit: „Wie fühlt ihr euch?“
    • Dann die Mehrheit: „Wie nehmt ihr die Stimmung wahr?“
  4. Diskussion (5 Min): Trainer:in führt zum Thema Minderheitenschutz: „Warum reicht Mehrheit allein nicht?“

Reflexionsfragen:

  • „Warum ist es wichtig, auch Minderheiten zu schützen?“
  • „Wie können Mehrheiten fair mit Minderheiten umgehen?“

Wert: Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit, Minderheitenschutz

Transfer: Funktioniert in Schulen, NGOs und Vereinen sehr gut, um Demokratie tiefer zu verstehen. In Unternehmen geeignet, wenn es um Entscheidungsprozesse geht: „Wie können Minderheiten im Team berücksichtigt werden?“

Demokratie ist kein statischer Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess. Sie entsteht dort, wo Menschen sich beteiligen, unterschiedliche Perspektiven aushandeln und Verantwortung für ihr gemeinsames Handeln übernehmen.

Die vorliegende Methodentoolbox versteht Demokratiebildung als Erfahrungsraum. Die Methoden laden dazu ein, demokratische Werte nicht nur zu benennen, sondern sie im gemeinsamen Tun zu erleben, zu hinterfragen und weiterzudenken. Dabei geht es nicht um richtige oder falsche Antworten, sondern um Dialog, Reflexion und die Bereitschaft, unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten.

Die Toolbox ist bewusst offen gestaltet. Sie soll Mut machen, Methoden anzupassen, weiterzuentwickeln und in neue Kontexte zu übertragen. Demokratie lebt von Beteiligung, auch in der Bildungsarbeit selbst.

Wenn diese Sammlung dazu beiträgt, Gespräche anzustoßen, Perspektiven sichtbar zu machen und Menschen zu ermutigen, demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten, hat sie ihr Ziel erreicht.

Titel: Demokratie erleben | Methodentoolbox für Multiplikator:innen

Herausgeberin: RISE – Verein zur Förderung von Forschung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Kontext: Entwickelt im Rahmen der Democracy Challenge

Redaktion und Konzeption: RISE

Jahr der Veröffentlichung: 2025

Kontakt: www.risemimpactacademy.org

Alle Links wurden am 29.12.2025 zuletzt geprüft und abgerufen.

Lizenz und Nutzungshinweise

Diese Methodentoolbox darf für Bildungs- und nicht-kommerzielle Zwecke frei genutzt, vervielfältigt und angepasst werden, sofern die Quelle genannt wird.

Eine kommerzielle Nutzung oder Veröffentlichung in veränderter Form bedarf der vorherigen Zustimmung der Herausgeberin.

Demokratie erleben © 2025 by RISE is licensed under 

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Namensnennung-Nicht kommerziell-Share Alike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0).

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